Arten von Heuwiesen - F├Ârderung artenreicher Wiesen

Heuwiesen richtig nutzen

Tierhaltung und Viehwirtschaft setzt eine ausreichende Futterproduktion voraus. Heuwiesen, Weiden und M├Ąhwiesen, Gr├╝nland, spielen daf├╝r eine entscheidende Rolle. Nat├╝rliches Gr├╝nland ist durch eine ungeheure Artenvielfalt gepr├Ągt. Insgesamt wachsen auf dem deutschen Gr├╝nland mehr als 2.000 Arten von Pflanzen, was rund der H├Ąlfte der Flora in Deutschland entspricht. Nicht jedes Gr├╝nland wird bearbeitet und landwirtschaftlich genutzt. F├╝r das Vieh entscheidend sind die Weidefl├Ąchen und die Wiesen f├╝r die Heugewinnung. Je nach Boden, klimatischen Bedingungen der Region und Art der Bewirtschaftung sind die M├Ąhwiesen unterschiedlich vielf├Ąltig und ertragreich. Die artenreichsten Wiesen befinden sich im Alpenraum. Ein gro├čer Teil der Heugewinnung ist heute f├╝r das Milchvieh optimiert. Eine sehr intensive Bewirtschaftung von Gr├╝nland kann der Artenvielfalt allerdings im Wege stehen. Bei Nachsaaten werden bestimmte, oft sehr energiereiche Pflanzen, bevorzugt. Zur Erh├Âhung der Ertr├Ąge finden sehr h├Ąufige Schnitte statt. Bei intensiv bewirtschaftetem Gr├╝nland sind das teils bis zu sechs Schnitte im Jahr. Die kurzen Zeitr├Ąume der Regeneration und die Optimierung auf bestimmte Arten machen ├╝ber die Zeit die Wiesen arten├Ąrmer. Auf lange Sicht brauchen Boden und Wiese dann immer mehr unterst├╝tzende Ma├čnahmen zur Erhaltung der Ertr├Ąge. Der Gegenpol sind nachhaltig bewirtschaftete Heu- und Weide-M├Ąhwiesen mit gro├čteils nat├╝rlicher Regeneration.

Unterteilung von Gr├╝nland nach Nutzungsgrad

Fl├Ąchen, die f├╝r Zeitr├Ąume von mindestens f├╝nf Jahren als Weide oder Wiese genutzt werden, bilden das Dauergr├╝nland. Dauergr├╝nland wird von einer verh├Ąltnism├Ą├čig geschlossenen Grasnarbe und Pflanzen wie Kr├Ąutern und H├╝lsenfruchttr├Ąger bestimmt. Das Dauergr├╝nland wird nach verschiedenen Graden der Bewirtschaftung unterschieden. In der groben Unterscheidung gibt es:

 

Extensivgr├╝nland ÔÇô Weiden und Heuwiesen, die nur einmal bis dreimal im Jahr geschnitten werden. Die Wiesen sind in der Regel besonders artenreich und haben ausreichend Gelegenheit zur nat├╝rlichen Regeneration. Als D├╝nger werden vornehmlich nat├╝rliche D├╝ngestoffe wie Jauche, G├╝lle oder Stallmist eingesetzt. Die Ertr├Ąge der Heuwiesen beim Extensivgr├╝nland haben meist mittlere Werte f├╝r die Futterverwendung. Bio├Âkologisch sind die Wiesen vielf├Ąltig und wertvoll.

 

Intensivgr├╝nland ÔÇô das ist Wiesenland, wie es besonders f├╝r die Futtererzeugung f├╝r Milchk├╝he bewirtschaftet wird. Bis zu sechs Schnitte im Jahr sind m├Âglich. Die Ertr├Ąge sind teilweise sehr hoch. Durch D├╝ngung und Nachsaaten werden B├Âden und Begr├╝nung f├╝r den Verwendungszweck optimiert.

 

Biotopgr├╝nland ÔÇô werden Bereiche genannt, die nur wenig bis gar nicht mehr f├╝r die Futterheuproduktion genutzt werden. Teils sind die B├Âden f├╝r eine intensive Nutzung nicht ausreichend ertragreich. Sie sind vielfach zu trocken oder sehr nass. Auf diesem Gr├╝nland siedelt sich allerdings die gr├Â├čte Artenvielfalt an. Etliche Fl├Ąchen sind Naturschutzbereiche.

Wiese, Weide, Nachhaltigkeit

Schafe auf der Weide

Nicht immer gibt es eine scharfe Trennung zwischen Weide und Wiesen. Am eintr├Ąglichsten f├╝r die Heuproduktion sind ausgesprochene M├Ąhwiesen, die ausschlie├člich f├╝r Heu genutzt werden. Es gibt allerdings, besonders in den norddeutschen R├Ąumen Weideland, das gleichzeitig dem Heuschnitt dient. Eine sehr starke Beweidung kann allerdings auf Kosten einer hohen Heurate gehen. Weiden, die gleichzeitig dem Heuschnitt dienen k├Ânnen nicht so intensiv bewirtschaftet werden. Es finden weniger Jahresschnitte als bei der reinen Heuproduktion statt. Eine normale Beweidung kann durch das regelm├Ą├čige Abgrasen des oberen Bewuchses dem vielf├Ąltigen Wachstum f├Ârderlich sein. Werden die Weidefl├Ąchen nicht zu intensiv beweidet, sondern finden Zeit zur nat├╝rlichen und nat├╝rlich unterst├╝tzten Regeneration, hat die Doppelnutzung nachhaltige Effekte. Der Bewuchs kann sich vielf├Ąltiger entwickeln. Die jeweilige Art der Nutzung muss aber auch Gesichtspunkten der Wirtschaftlichkeit gesehen werden. Die hohen Futteranspr├╝che an energiereiches Futter f├╝r das Milchvieh lassen sich vielfach nur durch intensive Heuproduktion erzielen. Dabei ist bei den sehr intensiv bewirtschafteten Heuwiesen die Gefahr von zu hohen Energiegehalten (Fruktangehalten bei Hochzuckergr├Ąsern) hoch. Ein Zuviel solcher Gr├Ąser kann auch beim Milchvieh gesundheitliche Probleme verursachen.

Nachhaltigkeit von Heuwiesen bei nat├╝rlicher Reproduktion

Wiesen und Weiden Nachhaltig bewirtschaften

Nachhaltigkeit muss zumindest zum gr├Â├čten Teil einen nat├╝rlichen, artenreichen Bewuchs f├Ârdern. Das ist nur der Fall, wenn die Wiesen auch Gelegenheit zur nat├╝rlichen Erholung und die Pflanzen die M├Âglichkeit der nat├╝rlichen Vermehrung haben. Zumindest einmal im Turnus von drei Jahren sollten die Wiesenpflanzen absamen k├Ânnen. Nachsaaten sind bei guten Bodenverh├Ąltnissen dann nur geringf├╝gig erforderlich. Wo notwendig, sollten regional heimische Samen nachges├Ąt werden. Mehr als zwei- bis dreimal sollten keine Schnitte stattfinden. F├╝r einen nat├╝rlichen Rhythmus einer gesunden Wiese sollte eigentlich im Mai/Juni (Gr├Ąserbl├╝te) und etwa August/September geschnitten werden. Auf lange Sicht ist eine nachhaltige Wiesenwirtschaft f├╝r Artenvielfalt und Heuqualit├Ąt vorteilhafter. Die nat├╝rlichen Ressourcen der B├Âden k├Ânnen besser genutzt werden und es sind weniger kostenaufwendige Eingriffe durch besondere Nachsaaten und sehr hohe D├╝ngergaben n├Âtig.