Die H├╝hnerhaltung | Bauernhof oder Massentierhaltung

Familie auf dem Lande mit H├╝hner

Die H├╝hnerhaltung im Garten ist zwar ein Wunsch vieler Menschen, jedoch nicht jeder setzt ihn in die Tat um. War es vor einigen Jahren noch nahezu selbstverst├Ąndlich, H├╝hner auf dem Grundst├╝ck zu halten, entdeckt man heute immer seltener H├╝hner in den G├Ąrten. Statt dessen werden die H├╝hner in moderner Agrarhaltung aufgezogen, so dass die Gemeinschaft aus Hahn und Hennen bald nur noch Erinnerung sein wird.

Bei der Haltung auf dem Bauernhof oder im Garten konnten die H├╝hner ├╝berall herumstreifen und sich einen Gro├čteil an Futter selbst suchen. Samenk├Ârner, W├╝rmer, Bl├Ątter und Beeren wurden gern gefressen. Hatte der Hahn einen Wurm gefunden, machte er seine Hennen darauf aufmerksam und freute sich, wenn sie den Fund verspeisten. Essensreste und K├Ârner wurden gef├╝ttert, zerstampfte Eierschalen sorgten f├╝r die Kalkproduktion. V├Âllig ohne Stress durften H├╝hner ihre Bed├╝rfnisse ausleben: Nahrungsaufnahme, Legen, Br├╝ten und Sandbaden. Bei jedem Wetter durften die H├╝hner sich drau├čen aufhalten, bei schlechter Witterung fanden sie unter Dach Zuflucht. Kurz ÔÇô es waren gl├╝ckliche H├╝hner. 

Die heutige H├╝hnerhaltung in den Legefabriken zielt auf Gewinn ab, bis auf wenige Ausnahmen. Die K├Ąfighaltung ist in Schweden und der Schweiz g├Ąnzlich verboten, seit 2007 auch in Deutschland. In einigen EU-L├Ąndern ist man bestrebt, die K├Ąfighaltung zu verbieten.

In den Legefabriken gibt es meist keine Fenster, die Tiere leben zu Hunderten oder Tausenden auf engstem Raum, k├Ânnen sich nicht bewegen und vegetieren dahin. Sie haben keine Sonne und keine frische Luft, leben unter unnat├╝rlichen Bedingungen. Gesundheitsst├Ârungen sind die Folge. Die Bodenhaltung erfolgt auf engstem Raum und bei k├╝nstlichem Licht.

Der Hahn und sein H├╝hnerschar

Es gibt immer noch einige private H├╝hnerhalter, bei denen der Hahn noch seine H├╝hnerschar zusammenh├Ąlt, besch├╝tzt und aufpasst, dass die Hackordnung nicht ausartet. Er kann jedoch nur dann unangefochtener Herrscher sein, wenn er seinen Hennen gegen├╝ber k├Ârperlich ├╝berlegen ist und sich durchgesetzt hat. Nur er kann f├╝r den sozialen Frieden unter den H├╝hnern sorgen. Deshalb ist es v├Âllig verkehrt, ihm gerichtlich das Kr├Ąhen zu verbieten.

Noch dazu sorgt der Hahn auf ganz nat├╝rliche Weise f├╝r Nachkommen. Die H├╝hnerschar sollte dabei jedoch nicht gr├Â├čer als 10 bis 15 Hennen sein, da sonst nicht alle Eier befruchtet werden. Die H├╝hner k├Ânnen ihren Bruttrieb von April bis August nur bei den nat├╝rlichen Lebensbedingungen entwickeln.

Eine Henne kann 12 bis 15 Eier mit ihrem Gefieder im Nest abdecken und warm halten. Nach 21 Tagen schl├╝pfen die K├╝ken. Bei K├Ąlte und Regen kann die Glucke ihren K├╝ken gen├╝gend W├Ąrme geben. Sie gibt ihnen auch Schutz vor Feinden.

Ei und Huhn ÔÇô frisch auf den Tisch

Nach wenigen Wochen laufen die K├╝ken mit der Glucke Futter suchend ├╝ber den Hof. Sie werden so lange von ihr gef├╝hrt, bis sie selbst├Ąndig sind. Die Glucke verst├Â├čt sie mit heftigen Schnabelhieben, sie m├╝ssen jetzt f├╝r sich selber sorgen. Im H├╝hnerleben beginnt nun der Kreislauf von vorn.

H├╝hner, die auf dem Hof gut versorgt werden mit K├Ârnern und frischem Futter, legen gute Eier. Die Eier kommen frisch auf den Tisch beim Halter, zum Nachbarn und zum Markt. Die H├╝hner und der Hahn kommen, wenn sie geschlachtet sind, frisch in Topf und Pfanne. Eine derartige H├╝hnerhaltung erfordert nicht viel Energie, im Gegensatz zur Massenhaltung. Dort ist ein hoher Energieverbrauch und Materialeinsatz erforderlich. 

Die H├╝hner k├Ânnen sich bei der Haltung auf dem Land artgerecht entwickeln. Das Gr├╝nfutter ben├Âtigt keine Antibiotika. Die Eidotter sind nat├╝rlich gelb gef├Ąrbt, ohne k├╝nstliche Farbstoffe. Die Eier haben eine feste Schale und sind vitaminreicher als die Eier der Batteriehennen.

Haben die H├╝hner gen├╝gend Bewegung, k├Ânnen durch Rangordnungsk├Ąmpfe angestaute Energien auf nat├╝rliche Weise abgebaut werden. Die Hackordnung geh├Ârt dazu zum geselligen Tierleben und ist bei entsprechender Haltung normal entwickelt.

Die K├Ąfighaltung

Die K├Ąfighaltung ist industrielle Massentierhaltung, denn vier bis f├╝nf H├╝hner befinden sich zusammen in einem Drahtk├Ąfig. Pro Henne werden nach EU-Bestimmungen 450 cm┬▓ verlangt, das ist gerade einmal so viel wie die Fl├Ąche des eigenen K├Ârpers. Nur 10 cm Platz stehen einem Huhn mit einer K├Ârperbreite von 14 cm am Futtertrog zur Verf├╝gung.

Den ganzen Tag ├╝ber stehen die H├╝hner auf d├╝nnen Dr├Ąhten. Damit die Eier abrollen k├Ânnen, hat das Gitter Gef├Ąlle. Gelenke, Muskeln und Sehnen werden dabei ├╝berm├Ą├čig stark beansprucht und schmerzen.

Die H├╝hner werden nerv├Âs; Federpicken und Kannibalismus treten auf. Das sind Ergebnisse von Stress. Oft wird der Kot nicht regelm├Ą├čig entfernt. Diese Haltung ist auf keinen Fall artgerecht. Jegliches nat├╝rliches Verhalten ist blockiert. Die Eiablage erfolgt durch Stress. Die H├╝hner bekommen bei dieser Haltung, auch bei Boden- und Auslaufhaltung auf engstem Raum, am gesamten K├Ârper kahle Stellen. Mit Medikamenten werden die Tiere am Leben gehalten, was f├╝r den Verbraucher nicht ohne gesundheitliche Risiken ist.

Das H├╝hnerleben endet nach 18 bis 24 Monaten in der H├╝hnersuppe. Nicht nur der menschliche Organismus wird durch R├╝ckst├Ąnde von Medikamenten und Hormonen im Fleisch belastet, auch die Umwelt wird gesch├Ądigt durch G├╝lle und Kot.

Eine vern├╝nftige Alternative zur Massentierhaltung ist die nat├╝rliche H├╝hnerhaltung in kleiner Zahl. Diese Haltung garantiert die nat├╝rlichen Verhaltensweisen der H├╝hner sowie gesunde H├╝hner und Eier.