Heu richtig lagern - Schimmelpilze & Co. vermeiden

Mit dem eingekauften oder geernteten Heuvorrat soll in der Regel, zumindest über den Winter, das Vieh ernährt werden. Damit das Heu über die Monate hinweg nicht an Qualität einbüßt, sich Feuchtigkeit, Fäulnis und Schimmelpilze breitmachen können, ist die richtige Lagerung das A und O. Heu muss trocken und luftig gelagert werden. Schon am vierten Tag nach dem Schnitt ist gewöhnlich die Feuchtigkeit im Heu bis auf rund 20 % gesunken. Dennoch gibt das Heu besonders während der ersten vier bis sechs Wochen noch vermehrt Eigenfeuchtigkeit ab. Eine nicht luftdurchlässige Lagerung würde Schwitzwasser im Raum und damit Feuchtigkeit im Heu begünstigen. Isolierfolien und andere Materialien für die Lagerung müssen atmungsaktiv und speziell für Heu geeignet sein. Auch von unten muss Luftdurchlässigkeit ermöglicht werden. Daher sollten Heuballen auf keinen Fall ohne Zwischenschicht einfach auf einem nicht luftdurchlässigen Boden (Beton u.Ä.) gepackt werden. Bei Lagerungen in Obergeschossen über dem Stall, einer Reithalle und ähnlichen Räumen, muss für eine abdichtende Trennung gesorgt werden. Sonst könnten ebenfalls Feuchtigkeit, zu viel Staub und zahlreiche Tiergerüche auf das Heu übergehen.

Brandschutz beim Lagern von Heu

Heu- und Strohlager bergen auch Brandgefahren. Hier gibt es eindeutige Auflagen zum Brandschutz beim Lagern von Heu und Stroh. Heulager, zum Beispiel Ballenlager, Großlager, Schober für Stroh und Heu müssen zu anderen Gebäuden einen Mindestabstand von 25 m haben. Bei Gebäuden mit brennbarer Fassade und mit weichen Überdachungen muss der Abstand mindestens 50 m betragen. Auch zu öffentlichen Straßen, Wegen usw. müssen Mindestabstände von 25 m eingehalten werden. Nach dem Lagern muss das Heu auf Gefahren wie Selbstentzündung oder Brandgefahr durch Erwärmung geprüft werden. Dazu gibt es spezielle Messsonden. Von Brandgefahr ist bei Temperaturen von 60 Grad zu sprechen. Solche Temperaturen sollten allerdings nie erreicht werden. Schon zugunsten der Heuqualität sind regelmäßige Temperaturmessungen angezeigt. Die Temperatur wird stark durch den Feuchtigkeitsgehalt beeinflusst. Der Feuchtigkeitsgehalt sollte unbedingt unter 20 % liegen.

Jeder, der Heu lagert, kann darüber hinaus noch viel für den Brandschutz tun. So sollten die Heulager nicht von Straßen, Wegen, öffentlichen Flächen einsehbar sein. So sind Gefahren für Brandstiftungen zu mindern. Im Lager sollten nur speziell geeignete Leuchten ohne nennenswerte Wärmestrahlung verwendet werden. Alle Kabelführungen müssen sehr gut gesichert werden. In der Nähe des Heulagers sollte nicht mit Maschinen gearbeitet werden, bei denen Funkenflug entstehen kann (Schweißen, Schleifen, Trennen ...). Die Funken bei solchen Arbeiten können viele Meter weit fliegen.

Heu luftig unter Dach lagern

Unabhängig von der Ballengröße und der Form, eckig oder rund, sollte ein luftdurchlässiger Unterboden für das Heu geschaffen werden. Das können Paletten oder anderweitige Lattenkonstruktionen sein.  Auch zur Wand sollte ein Atmungsabstand gehalten werden. Gut durchtrocknete Strohunterlagen auf den unteren und wandseitigen Lattenkonstruktionen können unerwünschte Minimalfeuchtigkeit aufnehmen. Auch zwischen den Groß- oder Kleinballen - unabhängig von der Form - sollten Atmungsabstände vorhanden sein. Unterkonstruktionen sollten einen Bodenabstand von ca. 25 cm bieten. Zu fest und zu dicht in großen Mengen gelagertes Heu kann leicht Feuchtigkeit binden und Schimmel entwickeln. Vorteilhaft ist, wenn der Lagerraum über eine weit überragende Überdachung verfügt und an den Seiten teilweise offen ist. Die Heulager sollten regelmäßig kontrolliert werden. Falls sich doch einmal Schimmel und Ähnliches entwickeln, müssen diese Bestandteile großzügig entfernt werden. Auf keinen Fall darf angeschimmeltes Heu und Stroh in Raufe, Stall oder Kleintierkäfig gelangen.

Die Heuballen müssen sicher gelagert werden, so dass ein Verrutschen und damit verbundene Unfallgefahren ausgeschlossen sind.

Nicht immer reicht der Platz für den gesamten Heuvorrat

Zwar ist das Lagern von Heu in einem entsprechenden Raum die beste Lösung. Doch nicht immer reichen dafür die räumlichen Kapazitäten. Es gibt Großlieferanten von Heu, die ihren Kunden das Einlagern der bestellten Heumengen für bestimmte Zeit anbieten. Das hat den Vorteil, dass Verbraucher ihre gesamten Heuvorräte zur Zeit der Ernte und Erstlagerung zu günstigen Preise und in der gewünschten Qualität einkaufen können, ohne den gesamten Wintervorrat auch bereits liefern zu lassen. Wo entsprechende Freiflächen zur Verfügung stehen, kann auch die Lagerung von Heu- und Strohballen im Freien angedacht werden. Das Abdecken mit Planen ist wegen der Schwitzwassergefahr zu vermeiden. Es gibt Spezialvliese im Handel, die hervorragend für die Heulagerung im Freien geeignet sind. Die Vliese müssen allerdings gut und rundum sicher befestigt werden, damit sie nicht vom Wind abzuheben sind. Die Spezialvliese sorgen auch für Nässeschutz von außen und sind dennoch nicht gänzlich luftdicht.

Heu gegen Schädlinge schützen

Besonders für Ratten und Mäuse sind Lagerstätten von Heu und Streu sehr verführerisch. Werden Köder ausgelegt, müssen diese unbedingt die entsprechenden Sicherheitsabstände zum Futterheu haben. Die Stoffe dürfen nicht mit dem Viehfutter in Berührung kommen. Bei entsprechend luftigen Lattenaufbauten über dem Boden bleibt auch Platz für Katzen als natürliche Mäusejäger. Bei den Kontrollen sollte das Heulager aber auch regelmäßig auf eventuellen Mäuse- und Rattenkot kontrolliert werden. Bei Befall durch Nager und andere Schädlinge sollten sofort Maßnahmen ergriffen werden. Informieren Sie sich hier eingehend zu einer geeigneten Schädlingsbekämpfung.

Heu richtig lagern