Die Hühnerhaltung | Licht und Klima ist wichtig für das gesunde Huhn


 

Hühner Krankheiten behandelnDie Gesundheit der Hühner kann gefördert werden durch Klima, Licht, Platz und Auslauf. Die natürlichen Abwehrkräfte werden durch diese Faktoren gestärkt. Zur Aktivierung der biologischen Regelmechanismen müssen die Umweltparameter variiert werden. Licht ist wichtig u. a. für den Vitamin-D-Haushalt. 

 

Im Stall ist für Tageslicht zu sorgen. Durch Licht wird der Stoffwechsel angeregt, es trägt bei zur Bildung der weißen und roten Blutkörperchen und fördert Wachstum und Fruchtbarkeit. Die Kämme lassen auf die Lichtverhältnisse schließen. Bei Auslaufhaltung sind die Kämme klein, rot und straff. Bei wenig Tageslicht sind die Kämme groß, blass und schlaff. 

 

Verhaltensweisen wie Putzen und Sonnenbaden werden durch Licht ausgelöst. Nimmt die Tageslichtmenge zu, wird die Legeleistung höher und die Hennen werden zur Brut veranlasst. Zu starke Sonneneinstrahlung im Sommer sollte man verhindern, indem man die Fenster z. B. mit Bastmatten verhängt. Im Winter sollte man das Sonnenlicht ungehindert in den Stall lassen.

 

Das Verhältnis der Fensterfläche zur Bodenfläche sollte mindestens 1:10 betragen. Pro Quadratmeter Stallfläche sollte Kunstlicht mindestens eine Leistung von 3 bis 4 Watt haben. Neonlicht sollte nicht verwendet werden, da es zu unruhig ist und die Hühner zum Federpicken veranlassen könnte.


 

Schwankende Klimawerte sind positiv zu bewerten für die Widerstandsfähigkeit und die Gesunderhaltung. Die Idealtemperatur liegt zwischen 12 bis 22 °C, eine Toleranz von 0 °C bis 30 °C ist möglich. Die relative Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 40 und 90 % liegen. Für genügend Frischluftzufuhr ist zu sorgen. So können schädliche Gase aus dem Stall ins Freie gelangen. Dies verhindert hohe Ammoniakkonzentrationen, die die Augen schädigen und die Abwehrkräfte schwächen. Die Legeleistung wird dadurch beeinträchtigt.

 

Auch durch Staub werden die Hühner belastet. Der Kot ist regelmäßig zu entfernen. Der Stall ist gut zu lüften. Um Krankheiten zu verhüten, sollen die Abwehrkräfte der Hühner gestärkt werden. Dies ist möglich durch einen freien Auslauf, geeignete Fütterung und Zucht. Auf den Einsatz von Medikamenten soll verzichtet werden. Auf Hygiene ist zu achten. Die Einhaltung der artgerechten Haltungsbedingungen verhindert den Ausbruch von Krankheiten.

 

Futter- und Trinkgefäße sind täglich zu reinigen. Jeden Tag ist frisches Wasser zu geben. Flächen, auf denen die Hühner ihren Kot ablassen, müssen regelmäßig gesäubert werden. Die Sitzstangen sind regelmäßig gründlich zu reinigen. Das Nistmaterial darf nicht feucht oder verschmutzt sein. Es ist in diesem Falle zu erneuern.

 

Die Hühner sollen so wenig wie möglich mit dem Kot in Kontakt kommen. Der Kot sollte auch im Garten regelmäßig entfernt werden. Der Scharraum muss sauber und trocken sein. Um dies zu gewährleisten, ist gehäckseltes Stroh nachzustreuen.

 


 

Die Hygiene im Hühnerstall

 

 

Auf chemische Desinfektionsmittel im Stall ist so weit wie möglich zu verzichten. Desinfektionsmittel, die biologisch abbaubar sind und auf natürlicher Basis hergestellt wurden, sollten bevorzugt werden. Als Schutz vor Krankheiten können Zwiebel- und Knoblauchstücke in Wasser eingeweicht und in das Futter gegeben werden.

 

Zur Reinigung und Desinfektion sollten nur umweltverträgliche Mittel genutzt werden. Kein Desinfektionsmittel ist wirksam gegen jede Form von Krankheitserregern. Empfohlen werden Alkohol, Ameisensäure, Ätznatron, Branntkalk, Essigsäure, Kalk, Kalkmilch, Oxalsäure, Peressigsäure, Wasser und Dampf, Wasserstoffperoxid und Zitronensäure. Kleine Stallungen können auch mit einer Lötlampe desinfiziert werden. Setzt man sie vorsichtig, aber gründlich ein, können alle Krankheitserreger abgetötet werden.

 

Der Boden im Auslauf sollte hin und wieder umgegraben werden, um Parasiten zu bekämpfen. Das Gras wird dann neu ausgesät. Viel Sonnenlicht sollte in den Auslauf gelangen. Um die Wassertränken sind feuchte Stellen zu vermeiden. Die Umzäunung des Auslaufes sollte dicht sein, damit nicht andere Tiere in den Auslauf gelangen, die Krankheiten einschleppen könnten.

 

Die Brutapparate müssen gründlich gereinigt und desinfiziert werden. Der Stall sollte mindestens einmal im Jahr gründlich gereinigt werden. Dabei sollte man ihn desinfizieren. Wenn man neue Hühner anschafft, sollte man den Stall vorher reinigen. 

 

Ein Betonfußboden lässt sich leichter reinigen als Holz- und Ziegelböden, ist jedoch nur vermindert luftdurchlässig, schlecht wärmeleitend und im Winter kalt. Glatte Wände sind gut zu reinigen. Ungeziefer setzt sich schnell in rauen Wänden und Ritzen fest und ist schwer zu entfernen. Damit Milben und andere Schädlinge sich nicht ansiedeln können, sollten die Wände mit Kalkmilch eingestrichen werden. 

 

Erst wenn Stall und Geräte trocken sind, ist die Desinfektion vorzunehmen. Die Desinfektionsmittel können im Stall verteilt werden mit einem Zerstäuber, einer Spritze oder einem Pinsel.

 

Trotz guter Haltungsbedingungen kann immer wieder einmal ein Tier erkranken. Nicht immer kann man den Grund für die Erkrankung feststellen. Bei Zukauf von Hühnern können Krankheiten eingeschleppt werden. Man kann dem weitgehend vorbeugen, indem man nur Küken und Junghühner aus gesunden Beständen kauft. 

 

Man sollte sich beim Kauf Impfbescheinigungen geben lassen, die bestimmte Schutzimpfungen belegen, z. B. gegen Mareksche Krankheit, Infektiöse Bronchitis, Geflügelpocken und Newcastle-Krankheit. Wenn man Küken kauft, sollte man sich bescheinigen lassen, dass die Küken aus einem salmonella-pullorum-freien Bestand stammen.

 


 

Der Hühnerdoktor