Die Hühnerhaltung | Das Eierlegen


 

Hühner Eier legenIm Nest sollte die Henne sich wohl fühlen und ihre Eier darin gerne ablegen. Die Hennen setzen sich immer instinktiv in die Nester, die auch von den Artgenossinnen bevorzugt werden. Ein Nest, das bereits benutzt wurde, wird besonders dann, wenn sich schon Eier darin befinden, bevorzugt besetzt.

 

Wird das Nest von mehreren Hennen gleichzeitig aufgesucht, nimmt die ranghöhere Henne zuerst den Platz ein. Andere Hennen dürfen sich neben sie setzen, werden jedoch weggepickt, wenn sie dasselbe Nest benutzen wollen.

 

Die Henne wird unruhig, wenn sich das Ei bemerkbar macht. Sie verlässt gackernd die Hühnerschar und geht in den Stall. Sie nähert sich den Nestern, das Gegacker wird lauter. Die anderen Hennen stimmen ein. Verstummt das Gegacker, hat die Henne ihr Nest gefunden. In hockender Stellung lässt sie das Ei hineinfallen.

 

Danach bleiben manche Hennen noch für eine Weile völlig entspannt auf dem Nest sitzen, andere hingegen verlassen sofort das Nest unter lautem Gegacker. Dies wird gedeutet als instinktiver Herdensuchruf, dass die Henne wieder Anschluss an die anderen Tiere bekommen will. Der Hahn läuft der Henne entgegen. Die anderen Hennen warten, bis er sie zurück gebracht hat zur Herde.


 

Das Ei ist gelegt und wie geht es weiter?

 

Das gelegte Ei sieht makellos aus mit seiner weißen Kalkschale. Die Eier können auch eine braune oder eine grüne Kalkschale haben, je nach Rasse. Bis das nächste Ei reif ist, um gelegt zu werden, dauert dies 24 bis 30 Stunden. Bei schlechten Legehennen dauert dies noch länger.

 

Wenn eine Henne an einem Tag zwei Eier legt, sind dies Windeier mit einer zu weichen Schale oder ohne Schale. Sie können gegessen werden. Oft passiert dies zum Legebeginn und hat keine krankhaften Ursachen. Wenn genügend kalkhaltiges Futter gegeben wird, haben die Eier bald eine feste Kalkschale.

 

Werden Eier ohne Dotter gelegt, handelt es sich um Spareier. Hin und wieder werden Eier mit Doppeldotter gelegt. Dabei platzen zwei Follikel gleichzeitig aus der Haut, gelangen gleichzeitig in den Eileiter und werden ausgebildet zu einem Ei mit Kalkschale. Auch ein Ei im Ei ist möglich. Das Ei wird gehemmt, während es den Eileiter passiert. Es wird weitergeleitet durch das nachfolgende Ei. Mit ihm zusammen wird es ausgebildet zu einem Ei mit gemeinsamer Kalkschale.

 

Ist das Ei zu groß, unregelmäßig geformt oder liegt im Eileiter quer, gerät die Henne in Legenot. Sie lässt die Flügel hängen, macht einen Buckel und versucht, das Ei herauszupressen. Man kann die Henne über ein heißes Kamillendampfbad halten und das Ei herausmassieren. Ein Einlauf mit Öl kann ebenfalls helfen. Wenn all dies nicht hilft, muss ein Tierarzt hinzugezogen werden.

 


 

Einflüsse auf den Geschmack der Eier

 

Äußere Einflüsse und das Futter beeinflussen den Geschmack des Eies. Verdorbene Futtermittel und abgestandenes Wasser sowie Fischmehl und salzhaltiges Futter beeinträchtigen den Geschmack des Eies. Milchprodukte und Grünfutter beeinflussen den Geschmack positiv und sorgen für die dunkle Farbe des Dotters.

 

Die Lagerung des Eies hat Auswirkungen auf den Geschmack. Durch die Poren in der Schale gelangen Gerüche in das Innere des Eies. Die Eier sollten bald nach dem Legen eingesammelt werden und an einem kühlen, luftigen Ort gelagert werden, bei einer Temperatur unter 13 °C. Geschmack und Qualität der Eier lassen nach, je länger sie gelagert werden. Die Eier sollten nicht gewaschen, sondern nur trocken abgerieben werden. Dies erhöht die Haltbarkeit. Im Kühlschrank halten die Eier nicht so lange, da sie schnell austrocknen. Die Eier sind mit der Spitze nach unten zu lagern.

 

Die Gesundheit der Hennen ist ein wichtiges Kriterium für die Qualität der Eier. Bei medikamentös behandelten Hennen werden nicht abgebaute Medikamente in die Eier abgegeben.

 

Die Größe der Eier gibt keine Auskunft über die Qualität. Sie hängt ab von der Rasse. Die Eier der Junghennen sind kleiner als die der Althennen. Die Fütterung und Haltung der Hennen hat entscheidenden Einfluss auf die Qualität der Eier. In einem verschmutzten Nest werden auch die Eischalen verschmutzt. Krankheitskeime können in das Ei gelangen.

 

Lässt die Legetätigkeit im Herbst und Winter nach oder wird völlig eingestellt, sollte man im Sommer Junghennen beschaffen, die im Herbst und Winter legen, wenn die anderen Hennen in der Mauser sind. Mit farbigen Ringen oder Flügelmarken kann man erkennen, aus welchem Jahr die Hennen stammen und wann sie ihre Legetätigkeit einstellen könnten.

 

Man kann bereits im Spätsommer mit der Bevorratung für den Winter beginnen. Kaliumsilikat, Salz- und Kalkwasser sind geeignet für die Konservierung. Eine wässrige Lösung wird in einem Steintopf angesetzt. Die gereinigten, unbeschädigten Eier werden vorsichtig hineingelegt. Der Topf wird in einen kühlen Raum gestellt. Diese Eier können noch Monate später verwendet werden.

 

Sie haben jedoch an Geschmack eingebüßt und sind nicht mehr als Frühstückseier geeignet. Zum Kochen und Backen können sie unbedenklich verwendet werden.

Mit Konservierungsmitteln werden die Poren der Eier verschlossen. In früheren Zeiten wurden dazu Fett, Paraffin, Leim, Schellack, Vaseline und Salicylsäurelösung verwendet.

 


 

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