Die Hühnerhaltung | Haltungsbedingte Krankheiten bei Hühnern


 

Hühner Haltung im GartenFederfressen und Federpicken werden oft als Untugend bezeichnet. Die Hühner ziehen sich gegenseitig aus Hals und Schwanz die Federn heraus. Dies ist meist auf Haltungsfehler zurückzuführen. Die Auslöser können zu viele Hühner auf engem Raum, Sauerstoff- oder Kalkmangel, Aminosäuremangel, Kochsalzmangel und zu starke Sonneneinstrahlung sein. Zu sättigendes Futter bewirkt Langeweile und kann ebenfalls zum Federpicken führen. Das Federpicken stellt eine Vorstufe des Zehenpickens und des Kannibalismus dar.

 

Mit ausreichendem Scharraum, weniger Licht, weniger Hühnern, mehlhaltigem Haferfutter und Muschelschalen und Selektion auffälliger Tiere kann man Abhilfe schaffen.

 

Zehenpicken wird ebenfalls ausgelöst bei zu vielen Hühnern auf engem Raum. Weitere Ursachen können schlechte Luft, zu warmer Stall und schnell sättigendes Futter sein. Es kommt zum Herauspicken der Rücken- und Schwanzfedern und zum Picken in den After. Besonders bei heranwachsenden Hühnern, teilweise auch bei älteren Hühnern tritt dieser Kannibalismus auf. Lockere und hohe Stroheinstreu und Maßnahmen wie gegen das Federfressen schaffen Abhilfe.

Eine Bindehautentzündung wird hervorgerufen durch zu feuchte Einstreu und zu hohe Ammoniakkonzentrationen. Sie äußert sich durch tränende, gerötete Augen, die Schleim absondern.

 


 

Der Stall muss ausgemistet werden und die Einstreu trocken sein. Die Augen sind vorsichtig auszuwaschen mit zweiprozentigem Borwasser und warmem Wasser. Gegen Erfrierungen sind Kämme, Ohrscheiben und Kehllappen besonders gefährdet.

 

Die Hühner sind bei strengem Frost nicht ins Freie zu lassen. Der Stall muss winterfest gemacht werden. Die betroffenen Stellen sind einzureiben mit Öl, Fett oder Vaseline.

 

Nierenversagen kann hervorgerufen werden durch Wassermangel, Unterkühlung (bei Küken und Junghühnern), Entzündungen und Kreislaufschwäche. Es tritt häufig bei älteren Hühnern auf. Es kann zum Tode führen. Genügend Wasser muss bereitgestellt werden, im Winter sollte es warm sein. Der Stall ist gut zu temperieren.

 

Hitzschlag tritt bei gestressten Hühnern auf, die anfällig sind gegen Hitze. Natürliche Hühnerhaltung kann vorbeugen.

 

Die Ursache für Ballengeschwüre (Ballenabszesse) können Verletzungen sein im Ballenbereich, die zu Entzündungen mit Eiteransammlungen (abgekapselte Eiterherde) führen. Sie können hervorgerufen werden durch schmale, scharfkantige Sitzstangen, scharfkantige Steine und Drähte im Auslauf. Die Geschwüre sind aufzuschneiden, am besten durch den Tierarzt. Der käseähnliche Brei ist zu entfernen, die Wunden sind mit Jod zu behandeln.

 


 

Virusbedingte Krankheiten bei Hühnern

 

 

Von Viren befallene Hühner können nicht medikamentös behandelt werden. Das Immunsystem entscheidet, ob das Huhn die Infektion überlebt. Wenn es überlebt, ist es gegen dieses Virus immun geworden. Diese Immunität kann ein Leben lang anhalten. Da es gegen Virusinfektionen keine medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gibt, muss das Huhn mit spezifischen Impfstoffen immunisiert werden gegen den Erreger. Die Hühner werden dann zumindest nicht mehr so schwer krank, dass sie sterben.

 

In Zusammenarbeit mit den Forschungslaboren wurden von der Industrie gegen viele Viruserkrankungen der Hühner Impfstoffe entwickelt. Sie werden meist jedoch nur in großen Abpackungen bereit gehalten. Wer nur eine kleine Anzahl Hühner hält, hat oft Schwierigkeiten, kleinere Mengen des Impfstoffes zu bekommen. In diesem Falle kann der Impfstoff bei Geflügelzuchtvereinen, Tierärzten oder Tiergesundheitsdiensten bezogen werden. Der Tierarzt oder der Halter selbst können die Impfung durchführen.

 

Die Mareksche Krankheit ist ansteckend und tritt auf bei Junghühnern im Alter von vier bis fünf Monaten. Sie ist auch als Geflügellähme bekannt. Das Krankheitsbild drückt sich jedoch nicht nur in Lähmungen aus. Das Nervensystem, besonders die Beinnerven, seltener jedoch das Gehirn, werden vom Virus befallen. Krankheitssymptome sind Lähmungen der Flügel und Beine, abgespreizte Beine, verkrampfte Zehen, Atemstörungen und gezackte Pupillenränder. Lähmungserscheinungen können jedoch auch auf Gicht, Vergiftungen und starken Wurmbefall hindeuten.

 

Eintagsküken sind zu impfen durch den Tierarzt. Die Hygiene ist einzuhalten, besonders in den ersten 14 Tagen.

 

Bei der Geflügelpest werden die klassische Geflügelpest und die atypische Geflügelpest (Newcastle-Krankheit oder ND) unterschieden. In beiden Fällen ist das Krankheitsbild ähnlich, wird jedoch durch unterschiedliche Viren verursacht. Besteht Verdacht auf eine dieser Seuchen, muss sofort beim zuständigen Veterinäramt Anzeige erstattet werden. Tierarzt oder Tiergesundheitsdienst müssen verständigt werden. Bestätigt sich der Verdacht, muss der gesamte Bestand getötet werden. Ein Sperr- und Beobachtungsgebiet wird eingerichtet.

 


 

Haltungsbedingte Krankheiten