Die Hühnerhaltung | Die Entwicklungsphasen der Küken


 

Wachstum von KükenBis zum 3. Tag durchleben die Küken eine sensible Phase. Es findet die Prägung statt, sie nehmen Eindrücke intensiv auf. Zwischen der 13. und 16. Lebensstunde liegt der Höhepunkt. Man sollte sie auf keinen Fall in dieser Zeit von der Glucke entfernen, da sie sich ihre Stimme, ihre Farbe und ihr Gesicht einprägen. Die Glucke kann in den ersten Lebenstagen ihre Küken nicht unterscheiden und weiß nicht, wie viele sie ausgebrütet hat. Sie reagiert nur unruhig, wenn sich die Zahl der Küken stark verringert hat.

 

Das Sorgeverhalten der Glucke orientiert sich an akustischen Reizen. Wenn sie das Piepsen hört, läuft sie in die Richtung, aus der es kommt. Bleibt ein Küken weg oder gibt keine Laute von sich, kümmert dies die Glucke auch dann nicht, wenn es in Gefahr ist oder verletzt.

 

Im Zusammenleben mit der Glucke und den übrigen Küken unterscheidet man drei Phasen in der Entwicklung eines Kükens:

 

Die totale Konzentrationsphase reicht vom Schlüpfen bis zum dritten Lebenstag. Die Glucke bildet den Lebensmittelpunkt der Küken. Sie zeigt ihnen die Futteraufnahme und beschützt sie. Nimmt sie einen Futterbrocken auf, versammeln die Küken sich um sie im Halbkreis (Fächerschema) und schauen auf ihren Schnabel. Sie lässt den Futterbrocken fallen und hofft, dass die Küken ihn aufpicken.

Die fluktuierende Kontaktzone dauert vom 4. bis zum 16. Tag. In dieser Zeit entfernen sich Glucke und Küken schon weiter vom Nistplatz. Die Küken entfernen sich kaum weiter als drei Meter von der Glucke. Man kann sie schwer mit der Hand einfangen. Gelingt es, ein Küken aufzunehmen, so piepst es, die Glucke schaut nach ihm und attackiert manchmal den Halter. 

 

Die Dispersionsphase schließt sich an. Die Küken kennen sich nun auch untereinander. Sie entfernen sich weiter von der Glucke und laufen allein oder gemeinsam umher. Die Glucke kann sie dabei schon einmal aus den Augen verlieren. Kommt Gefahr auf, sind alle sofort wieder miteinander eng verbunden. Droht Gefahr oder ruft die Glucke, rennen alle sofort zu ihr. 

 

Ab der 5. Woche beginnt die Entwicklung zur Selbständigkeit. Die Küken sind gut befiedert und nicht mehr empfindlich gegen Kälte. Sie sitzen jetzt kaum noch unter der Glucke, sondern neben ihr. Sie nehmen auch schon auf der Sitzstange Platz.

 

Der Familienverband löst sich auf. Bei günstigem Wetter nehmen die Küken ein Sandbad. Plötzlich, in der achten Woche, hackt die Glucke nach den Küken und verjagt sie. Der Hormonhaushalt der Glucke verändert sich, sie wird wieder sexuell aktiv und der Mutterinstinkt erlischt. Sie legt wieder Eier und lässt den Hahn an sich. Die Küken beachtet sie nicht mehr.

 


 

Die Fütterung der Küken

 

In den ersten zwei Lebenstagen erhalten die Küken kein Futter, höchstens etwas Wasser. Auf eine gute Qualität des Auslaufs kommt es an. Je natürlicher der Auslauf ist, umso größer ist das Nahrungsangebot.

 

Beginnen die Küken ab dem 2. Tag zu picken, kann man ihnen etwas Wasser anbieten. Der Napf darf nicht zu tief sein und nicht umkippen. In die Mitte ist ein Stein, der den Napf ausfüllt, zu legen. Sind die Küken etwas größer, kann eine Kükentränke verwendet werden.

 

Für Glucke und Küken sollte man in den nächsten Tagen die Futtermischung selbst herstellen. Am Anfang sollte die Glucke mit den Küken gemeinsam fressen, um sie zum Fressen zu animieren und ihnen die Futteraufnahme zu zeigen. Nach einigen Tagen sollte die Glucke beim Füttern etwas von den Küken ferngehalten werden. 

 

Das Futter stellt man an mehreren Stellen auf. Flache Schalen oder Bretter sind geeignet.

 

Unter das Futter kann man hin und wieder kleingehackte weichgekochte Eier mischen. Aus Haferflocken, Bruchreis, geschälten Hirsekörnern und feingeschrotetem Weizen kann man Grundfutter herstellen. Feingehacktes Grünfutter gibt man dazu. Geeignet sind Brennnesseln, Löwenzahn, Salat, Spinat und Petersilie. Bodenerde sollte man dazugeben und vermengen mit Muschelkalk, Flusssand und Holzkohle.

 


 

Fünf- bis siebenmal am Tag sind Futter und Wasser zu geben. Das Futter soll so viel sein, wie von den Küken binnen kurzer Zeit aufgefressen wird. Futter- und Trinkgefäße werden anschließend weggenommen und gereinigt. Futter sollte nicht auf dem Boden liegen bleiben, da es schnell verdirbt. Rund um die Uhr sollte jedoch das Gemisch aus Flusssand, Holzkohle und Muschelkalk bereit stehen.

 

Ab der zweiten Woche können feingeschnittene Nudeln und gehackte Möhren gegeben werden. Magerquark kann gefüttert werden. Jedoch verringert sich der Eiweißbedarf der Küken, daher ist die Menge an Quark zu reduzieren. Man sollte Weichfutter mit Trockenfutter abwechselnd füttern.

 

Man kann zum Trinken auch Butter- oder Magermilch geben. Die Milch muss wirklich sauer sein. Milch, die nicht sauer ist, würde zu gefährlichen Durchfallerkrankungen führen. Milch darf nicht in Gefäßen aus Blech aufgestellt werden, da sich giftige Metalloxide bilden in Verbindung mit Milchsäure.

 

Kükenstartfutter und Kükenalleinfutter werden im Handel angeboten. Es ist hergestellt für die Massenaufzucht und daher mit Arzneimitteln und Antibiotika versetzt. Kükenstartfutter ist reich an Wirkstoffen und darf daher nur wenige Tage gefüttert werden. Haben die Küken genügend Bewegung im Auslauf, können sie dort viel Futter suchen und Vitamine, Eiweiß und Mineralien aufnehmen. Sie stärken dabei ihr Immunsystem.

 


 

 

 

 

 

 

Die Entwicklungsphasen der Küken