Die Hühnerhaltung | Die Haltung von Hennen und Hähnen


 

Junghähne und JunghennenTritt der ranghöchste Hahn eine Henne, rennen auch die untergebenen Hähne dazu und versuchen, ihn zu vertreiben, um die Henne selbst noch zu treten. Will man die Streitereien nicht mit ansehen und sich nicht durch das Krähen stören lassen, so bietet der Kauf von Junghennen eine Alternative. So erspart man sich den Aufwand des Trennens. 

 

Damit sie sich gut entwickeln können, muss man auch ihnen einen geeigneten Auslauf und ausgewogenes Futter bieten. Damit es nicht zu einer verfrühten Geschlechtsreife kommt, die eine verminderte Legeleistung und einen schwächeren Allgemeinzustand zur Folge hätte, ist der Eiweißanteil in der Nahrung zu reduzieren.

 

Mit nur einem Hahn entwickeln sich die Junghennen besser. Futter und Trinkwasser müssen immer ausreichend vorhanden sein. Damit die Junghennen beim Fressen nicht von den Althennen abgedrängt werden, ist eine zeitversetzte Fütterung sinnvoll.

 

Der Fachhandel bietet Junghennenmehl und Leistungsfutter an. In der Frühphase des Eierlegens sollte selbst gemischtes Grundfutter gegenüber Industriefutter den Vorrang haben.


 

Die Junghennen

 

Die Junghennen müssen gemeinsam am Trog fressen können. Es ist ratsam, am Trog, durch Futterautomat und durch Handauswurf zu füttern. So wird für Abwechselung in der Fütterung gesorgt.

 

Mit zunehmendem Alter der Hühner vergrößert sich ihr Platzanspruch. Der Bestand an Jungtieren sollte abgestimmt werden auf die zur Verfügung stehende Fläche. In der 10. bis 12. Woche sollten die für die Zucht ausgewählten Hennen beringt werden. Wechselt man jährlich die Farbe der Ringe, erkennt man, aus welchem Jahr die Tiere stammen.

Möchte man bei vielen Junghennen nur die besten davon als Legehennen behalten, sollte man sich beraten lassen vom erfahrenen Züchter, woran man gute Legehennen erkennt.

 

Hält man nur Hähne, ist dies nicht artgerecht. In der Natur sind Hähne nie zusammengerottet. Mit Beginn der Geschlechtsreife weichen sie einander aus. Bei den Hühnern bleibt nur ein Hahn. Die anderen Hähne werden von den Hühnern bekämpft. Der Hahn wählt das Alleinleben nicht selbst als Daseinsform. Ist ein Hahn allein geblieben, sucht er zum Schutz die Nähe der Artgenossen.

 

Das Mästen der Hähnchen auf engem Raum ist nicht tierschutzgerecht. Leiden die Tiere darunter, kann dies strafrechtlich verfolgt werden.

Im Freilauf gehaltene Masthähne, die mit natürlichem Futter versorgt wurden, sind schwerer als Hähne aus Mastbetrieben. Das Fleisch ist unbelastet und damit wohlschmeckender.

 


 

Auch Hühner haben ein Sexualleben

 

Ein Hahn lebt polygam mit 10 bis 15 Hennen. Wenn die Zahl der Hennen wesentlich größer ist, schafft er nicht, alle Hennen zu treten. Daher kommt es zu unbefruchteten Eiern. Der Hahn bevorzugt bestimmte Hennen, trotzdem er abwechselnd die Hennen tritt. Er vergisst dabei hin und wieder eine.

 

Wenn alle Eier befruchtet sein sollen, muss die Zahl der Hennen abgestimmt werden auf die Größe der Rasse. Bei einer leichten Rasse können dies 15 bis 20 Hennen sein, bei mittelschweren Rassen 10 bis 15 Hennen, bei schweren Rassen nur 7 bis 10 Hennen.

 

Können nicht alle Hennen von einem Hahn befruchtet werden, so kann man noch zusätzlich einen oder mehrere Hähne halten. Dazu ist abzuwarten, bis die hierarchische Ordnung feststeht. Ein ranghöherer Hahn kann zulassen, dass der rangniedere Hahn mit einigen Hennen eine Gemeinschaft bildet. Es ist jedoch möglich, dass er ihm keine Chance zur ungestörten Paarung gewährt.

 

Die Paarung beginnt mit dem Balzspiel, das vom Hahn ausgeht. Er nähert sich der Henne an und wirbt, bevor er sie tritt. Beim Balzverhalten unterscheidet man mehrere Arten.

 

Beim Anlocken mit Futter versucht der Hahn, die Hennen oder nur eine davon auf sich aufmerksam zu machen, indem er sich bückt, als ob er einen Bissen aufnimmt. Er kann auch ein Nest anpreisen. Er richtet sich auf, damit er sieht, wer zu ihm kommt.

 

Beim Nestlocken täuscht der Hahn vor, das er ein Nest gefunden hat. Er setzt sich hinein und scharrt eine Mulde. Dabei gibt er lockende Laute von sich und hofft, dass die Hennen sich zu ihm gesellen. Haben sie sich um ihn geschart, dann folgt das Stolpern über den Flügel. Er nähert sich der Henne und umkreist sie. Dabei stolpert er mit kurzen Schritten über den ihr abgewandten Flügel. Im Halbkreis dreht er sich um die Henne und wendet sich nach vorn. Damit hindert er sie am Davonlaufen.

 

Hält er die Hennen auf, wenn sie aufgrund des Lockrufes zu ihm kommen, so kann sich eine Henne ducken. Von hinten nähert der Hahn sich und vollzieht den Tretakt.

Entzieht sich jedoch die Henne dem Hahn, nimmt er die Puterhaltung ein. Er streckt den Hals, hält die Flügel nach unten, sträubt sein Gefieder und fächert die Schwanzfedern. So rennt er hinter der Henne her. Wenn er sie erwischt, tritt er sie. 

 

Mit Stolpern über den Flügel lässt er den Tretakt ausklingen. Kann er sie nicht erreichen, kräht er und gibt auf.

Die Aufbäumhaltung nimmt der Hahn ein, wenn er sich der Henne nähert und nicht schlüssig ist. Er streckt den Hals und senkt den Kopf. Duckt sich die Henne, tritt er sie. Anderenfalls gibt er auf.

 


 

 

Die Haltung von Hennen und Hähnen