Die Hühnerhaltung | Das Ausschlüpfen der Küken



 

Kükenschlupf - Schlüpfen von KükenAuf dem Schnabel des Kükens wächst im letzten Drittel der Brutzeit der Eizahn. Ab dem 19. Tag, vielmehr noch am 20. Tag, bewegt sich das Küken sehr lebhaft. Die Glucke nimmt die Regungen des Kükens aufmerksam wahr. Sie stellt sich vom Brüten auf das Führen um. In ihrem Organismus werden biochemische Vorgänge aktiviert. Sind in zwei Tagen nicht alle Küken geschlüpft, steht sie vom Nest auf. Zumeist kommen alle Küken aus der Schale.

 

Das Küken schlägt mit dem Eizahn gegen die Eischale. Die Glucke antwortet auf die Piepslaute des Kükens. Das Küken kann nach einiger Zeit von innen die Eischale aufbrechen. Es stemmt sich gegen den unteren Teil. Am 21. Tag kann es die gesamte Eischale aufsprengen. Der stumpfe Pol des Eies wird meist ringsherum aufgebrochen. Das Küken dreht sich dabei und hackt die Eischale auf. Auf diese Weise können sich nur vitale Küken aus dem Ei befreien. Sie sind als Legehenne, Hahn und zur Zucht geeignet.

 

Schwächere Küken, die an der Schale festgeklebt sind, weisen eine geringere Vitalität auf und vererben sie an ihre Nachkommen weiter. Sie sind anfällig gegen Krankheiten und können diese auf gesunde Tiere übertragen.

Trotzdem haben schwächere Küken ein Recht auf Leben. Hat man dem Küken aus dem Ei geholfen und hat es sich entwickelt, kann man noch vor der Befruchtung die Auslese treffen. Zu gegebener Zeit kann man es schlachten oder weitergeben an einen anderen Tierfreund.

Hin und wieder bleiben die Küken beim Schlüpfen stecken. Neben dem Alter der Bruteier und der Brutatmosphäre kann das noch viele andere Ursachen haben. Inzucht sowie unsachgemäße Aufbewahrung und Transport können Ursachen sein. Der Brutraum ist gut zu belüften, Temperaturschwankungen von über 1 °C sollten für länger als 30 Minuten vermieden werden. Artgerecht gehaltene Elterntiere sind für einen guten Schlupf die beste Voraussetzung.

 

Ist das Küken geschlüpft, bedarf es noch einiger Zeit, bis es völlig trocken ist. Kurze Zeit später schlüpfen die nächsten Küken. Dabei wird keines von der Glucke zerdrückt. Schlüpfen nicht alle Küken innerhalb eines Tages, so ist der 22. Tag noch abzuwarten. Die Glucke wartet, bis alle Küken die Eier verlassen haben. Die Küken sollten noch 24 Stunden im Nest bleiben, bis sie ins Freie dürfen. Sie sind dann ausgerüstet mit allen Fähigkeiten und Instinkten für ein Leben im Freien.

 


 

Kunstbrut - Brüten mit dem Brutschrank

 

Rassegeflügelzüchter und Halter großer Stückzahlen von Hühnern können nicht warten, bis die Hennen glucken. Sie nutzen den Brutapparat. Beim Vorsitzenden einer Rassegeflügelzucht kann man Bruteier in den vereinseigenen Brutapparat einlegen lassen. In gewerblichen Brutanlagen sind im sehr zeitigen Frühjahr die Brutapparate meist vollständig ausgelastet, um Winterleger und Schlachtgeflügel zu erhalten. 

 

Es gibt spezielle Lohnbrütereien, die das Ausbrüten der Eier als Dienstleistung anbieten. An einem vereinbarten Tag kann man dort die Bruteier abgeben und nach drei Wochen die geschlüpften Küken und die aussortierten Eier abholen.

 

Im Handel werden unterschiedliche Brutapparate angeboten. Flächen- und Motorbrüter sind einfach zu bedienen. Beim Flächenbrüter werden die Eier in nur einer Ebene ausgebrütet. Im Motorbrüter werden sie auf mehreren Ebenen ausgebrütet und können ständig nachgelegt werden.

 

Die Brutmaschine ist in einem gleichmäßig temperierten Raum aufzustellen. Bei einfachen Geräten sind die Eier von Hand zu wenden. Das Gerät muss dazu nicht geöffnet werden. Alle Eier können gleichzeitig mit einem Handgriff gewendet werden.

Flächenbrüter können über halb- oder vollautomatische Wendesysteme verfügen. Es gibt Geräte mit separatem Schlupfraum. Dabei werden für die Schlupfphase besondere Bedingungen gewährt, z. B. Luftfeuchtigkeit und Temperatur. Bruteier können ohne Risiko nachgelegt werden.

 


 

Je nach Gerät können mit einer Brutmaschine 50 bis 200 Eier gleichzeitig ausgebrütet werden.

 

Gut ausgestattete Brutmaschinen sind wärmedicht, regulieren die Wärme und ermöglichen eine ständige Luftzufuhr. Die Luftfeuchtigkeit bleibt konstant. Zweimal täglich werden die Eier gewendet. Hochwertige Apparate können die Eier verlegen und danach eine halbstündige leichte Kühlung gewähren, als wenn die Glucke das Nest verlässt. So kann ab dem 20. Tag aufgrund der Kühlung eine Absenkung der Bruttemperatur um 1 °C erfolgen.

 

Da viele Hühnerrassen unterschiedliche Anforderungen stellen an die Brutbedingungen, sollte man vor dem Kauf und der Nutzung einer Brutmaschine erfahrene Züchter befragen.

 

Selbst kurzfristige Änderungen der Brutfaktoren können Auswirkungen haben auf die Embryonalentwicklung. Die Bruttemperatur sollte in den ersten 17 bis 19 Tagen 37,8 °C bis 38 °C betragen. Danach muss sie bis zum Schlüpfen abgesenkt werden auf 37 °C. Als Richtwerte für die relative Luftfeuchtigkeit gelten 55 bis 60 %. In den letzten Tagen sollte die relative Luftfeuchtigkeit gesteigert werden auf 80 %.

 

Ein- bis achtmal täglich sollten die Eier gewendet werden. 

Einige Experten plädieren für das viermalige Wenden am Tag, andere für das achtmalige Wenden.

Auch bei Brutautomaten sollte man in den Schlüpfvorgang nicht eingreifen. Die Küken sollten sich bis zu 24 Stunden lang in der Brutmaschine mit der konstanten Wärme aufhalten. In den ersten 48 Stunden benötigen die Küken kein Futter. Zu frühes Füttern schadet nur. Kurz vor dem Schlüpfen haben sie den Rest des Eidotters eingezogen durch die Nabelöffnung.

 

 


 

 

 

 

Das Ausschlüpfen der Küken