Die Verdauungsorgane von Tieren auf dem Bauernhof

 Sie gehören auf jeden Bauernhof.

Der Verdauungsapparat durchzieht den kompletten Körper des Tieres. Er ist in drei große Bereiche unterteilt: die Maulhöhle und den Schlund, den Magen und die Därme. Die Nahrung wird augenommen, zerkleinert, die Nährstoffe aufgeschlossen, umgewandelt und vom Körper aufgenommen, und zuletzt werden die Abfallprodukte ausgeschieden. 

Mit den Lippen nimmt das Tier die Nahrung auf, die dann mithilfe der Zunge zu den Zähnen geführt und von diesen zerkleinert wird. In der Maulhöhle wird die Nahrung auch eingespeichelt, was die Aufschließung der Nährstoffe fördert. Das Futter sollte deshalb niemals flüssig oder stark zerkleinert sein, damit die Tiere ausreichend Gelegenheit zum Kauen haben. Durch den Schlund wird das eingespeichelte Futter dann in den Magen befördert.


 

Bei den Haustieren unterscheidet man zwischen dem einfachen Magen und dem mehrfächerigen Magen der Wiederkäuer. Der gefüllte Magen des Pferdes wird zum Schlund hin verschlossen, so dass Pferde nicht erbrechen können. Deshalb besteht bei Pferden die Gefahr des Verendens, wenn sie unter Koliken oder starken Blähungen leiden. Der Magen des Pferdes ist mit einem Fassungsvermögen von etwas 10 Litern auch relativ klein. 

Pferde dürfen auf keinen Fall blähende Futtermittel erhalten, auch keines, das nachquellt, wie zum Beispiel frisches Heu und jungen Hafer. Die Verdauungssäfte enthalten auch Salzsäure, welche bei der Verdauung der eingespeichelten Nahrung hilft. Stärke wird in Zucker umgewandelt, aus Eiweißbestandteilen werden leichtlösliche Peptonen. Auch die Holzstoffe in der Nahrung werden im Magen zerrieben und teilweise aufgeschlossen.

 


 

Wesentlich größer und komplizierter ist der Wiederkäuermagen aufgebaut. Der Rindermagen setzt sich aus Pansen, Netzmagen, Blätter- und Labmagen zusammen. Bei einem Kalb ist nur der Labmagen ausgebildet, der die Verdauung der Milch ermöglicht. Beim ausgewachsenen Rind wird das Futter an den rauhen Wänden des Pansens weiter zerrieben. Hier werden die Stärkebestandteile des Futters in Zucker umgewandelt. Die Muskeln des Pansens können sich zusammenziehen, und den Mageninhalt somit wieder zurück in das Maul des Rindes befördern. Dort wird das Futter erneut gekaut und weiter eingespeichelt. 

Im Netzmagen wird das Futter weiter zerkleinert. Durch seine Lage direkt neben dem Herzen, können sich im Futter enthaltene Fremdkörper unter Umständen ins Herz bohren. Breiige Futterstoffe und Wasser gelangen nicht in den Pansen und den Netzmagen, denn sie durchwandern gleich die so genannte Schlundrinne. Zahlreiche Schleimhautfalten bilden den Blättermagen, in dem der Futterbrei noch weiter zerkleinert wird. Der Labmagen ist dann die letzte Station des Wiederkäuermagens.

 


 

Der erste Teil des Darmes ist der Zwölffingerdarm, welcher eine Verbindung zur Bauchspeicheldrüse und zur Galle hat. Die Säfte dieser Organe gelangen hier zum Speisebrei, wobei die Säfte der Galle eine desinfizierende Wirkung haben und Bakterien vernichten können. Der Saft der Bauchspeicheldrüse hilft bei der Zerkleinerung des Fettes und der Umwandlung von Eiweißbestandteilen und Stärke. In den ersten Bereichen des Darmes werden die Nährstoffe hauptsächlich umgewandelt, aufgeschlossen und aufgesaugt. Im Dickdarm werden dann weitere Stoffe vom Körper aufgenommen, bevor die Abfallstoffe dann ausgeschieden werden.

 


 

Die Verdauungsorgane