Die Milchbildung | Informationen für die Landwirtschaft

Die Milch wird in den Milchdrüsen des Euters gebildet. Direkt nach dem Kalben wird die Erstlingsmilch, das so genannte Kolostrum, gebildet. Sie ist ganz anders zusammengesetzt, als die herkömmliche Milch, und hat vor allem einen höheren Eiweißgehalt. Sie hat auch eine höhere Trockenmasse und enthält mehr Mineralstoffe. Das Milcheiweiß ist besonders leicht verdaulich und somit optimal für die Neugeborenen. 

Die Laktationsphase, also der Zeitraum zwischen dem Abkalben und dem Versiegen der Milch, dauert rund 300 Tage. Verschiedene Faktoren haben einen Einfluß auf die Milchbildung, zum Beispiel die Rasse, der Zeitpunkt in der Laktationsphase, das Futter und die Art des Melkens. Die Milchmenge kann auch von Tier zu Tier ganz erheblich schwanken, auch wenn alle die gleichen Bedingungen vorfinden.


 

Natürlich kann man die Milchmenge auch bis zu einem gewissen Grad durch die Ernährung beeinflussen. Dies ist jedoch nicht immer rentabel, wenn man viel mehr teures Futter dafür benötigt. Die höheren Futterkosten stehen dann in keinem Verhältnis zu dem höheren Milchertrag, da am Ende nicht mehr Gewinn bleibt. 

Nicht nur die Milchmenge, sondern auch die Zusammensetzung der Milch ist während der Laktationsphase ganz unterschiedlich. Die größte Milchmenge erhält man direkt nach dem Abkalben. Mit sinkender Milchmenge steigt der Anteil an Trockenmasse, also auch an Fett.

 


 

Die Tiere benötigen zur Milchbildung unbedingt hochwertiges Futter, das alle notwendigen Nährstoffe in ausreichendem Maß enthält. Neben dem Eiweiß, kommt auch dem Fett in der Nahrung eine wichtige Rolle zu. Wasserreiche Futtermittel und Grünfutter dürfen nicht in Unmengen verfüttert werden, da sie sie Milch verwässern würden. In kleineren Mengen regen sie die Milchbildung jedoch an. 

Mäßige Bewegung im Freien wirkt sich positiv auf die Milchbildung aus, schwere Arbeit führt jedoch eher zu einer Abnahme der Milchmenge. Je älter eine Kuh ist, umso größer ist der Milchertrag. Dies gilt jedoch nur bis zum sechsten Kalb, danach nicht der Milchertrag ab. Sehr nachteilig auf die Milchbildung wirken sich Krankheiten, krasse Temperaturveränderungen, schlechte Pflege der Tiere und mangelnde Frischluftzufuhr im Stall aus. 

Wenn man mit dem Melken beginnt, ist die erste Milch immer fettarmer. Je mehr sich die Drüsen entleeren, um so fetthaltiger wird die Milch. Der richtige Zeitpunkt fürs Melken ist der, wenn die Drüsen weder zu voll noch zu leer sind. Am Abend ist die Milch in der Regel fetthaltiger, was mit der Bewegung der Tiere am Tag zusammenhängt. Milchkühe werden am besten drei- bis viermal am Tag gemolken, wenn der Vorgang nicht zu kostenintensiv ist.

 


Die Milchbildung