Die Hühnerhaltung | Das Verhalten der Henne vor der Brut


 

Hühner brütenZur Eiablage sucht die Henne ihr Nest in regelmäßigen Abständen auf. Sie bevorzugt ein bereits benutztes Nest. Sie legt dort ihr Ei ab, was zur Arterhaltung dient. Wenn sie ihr Ei gelegt hat, verlässt sie unter lautem Gegacker das Nest. So versucht sie, wieder Anschluss an die umherlaufende Hühnerschar zu finden.

 

Wenn das Huhn zu brüten beginnt, durchläuft es einige eigenartige Verhaltensveränderungen. Der Prolaktingehalt in der Hypophyse, die sich im Gehirn des Huhnes befindet, erhöht sich. Die Henne gluckt, sie gibt die typischen Brutlaute von sich. Am Anfang hört man die Brutlaute nur hin und wieder, sie steigern sich, bis sie nicht mehr zu überhören sind.

 

Nähern sich ihre Artgenossinnen der Henne, wird sie ihnen gegenüber aggressiver. Dabei plustert sich die Henne auf und entfernt sich. Dem sich nähernden Hahn gegenüber tritt sie in Droh- und Abwehrstellung gegenüber und entzieht sich ihm. Sie hält ihn von sich fern. Dieses Verhalten kann mehrere Tage oder auch Wochen dauern.

 

Liegt der letzte Tretakt schon drei Wochen zurück, so sind alle anschließend gelegten Eier dennoch befruchtet. Die Henne bleibt nach der Eiablage immer länger sitzen, bis sie nicht mehr vom Nest aufsteht. Erhebt sie sich vom Nest, dann nur für ein bis zweimal am Tag zum Fressen, Trinken, um sich etwas zu bewegen und um ausgiebig zu koten.

Die Henne hat sich nicht um das Nistmaterial gekümmert. Den für sie passenden Nistplatz hat sie ausgewählt an einer weichen, etwas abgedunkelten Stelle. Durch Hin- und Herrutschen muldet sie den Nistplatz aus. Der Nistplatz kann sich im Freien befinden, unter einer Hecke oder einem Holzstapel. Ein Nestum- oder -ausbau findet nicht statt.

 


 

Beobachtet man, dass die Henne ihr Nest nicht mehr verlässt, sollte man ihr ein Nest herrichten, welches vor den anderen Hühnern geschützt ist, im Hühnerstall oder einem anderen gut belüfteten, halbdunklen und kühlen Raum. Die entsprechende Anzahl an Eiern ist ihr unterzulegen. Versprechen die von ihr gelegten Eier keine reinrassigen Nachkommen, sollte man sie ihr wegnehmen.

 

Manche Züchter empfehlen, für das Nest feuchte Gartenerde und darüber kurzgeschnittenes Stroh zu verwenden, um im Nest die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten.

 

Die Henne einer großen Rasse beginnt mit der Brut, sobald sie 13 bis 15 Eier gelegt hat, eine Zwerghenne bei 12 bis 14 Eier. Dabei müssen nicht alle Eier von ihr selbst gelegt sein. Sie nutzt auch Nester, in denen sich bereits gelegte Eier befinden

 


 

Der Brutbeginn

 

Hat die Glucke mit dem Brüten begonnen, lässt sie sich vom Nest so schnell nicht mehr vertreiben. Der Hahn nähert sich ihr nicht mehr. Will man ihr Eier wegnehmen oder unterlegen, hackt die Henne. Um sie vom Nest zu bekommen, muss man sie erschrecken oder hochheben. 

 

Die äußeren Geschlechtsmerkmale der Henne haben sich zurückgebildet. Der Kamm ist blass, an der Bauchseite befindet sich kaum noch Gefieder, die Haut ist gerötet.

 

Gut brütenden Zwerghühnern kann man Eier großer Rassen unterlegen, dies sollten nicht mehr als neun Eier sein.

 

Will man die Glucke rechtzeitig setzen, so muss man die Verhaltensweisen der Hennen genau beobachten. Im zeitigen Frühjahr sollte man mehrmals täglich nach gluckenden Hühnern schauen. Nicht mehr als 15 Eier sollte man der Glucke unterlegen, entsprechend der Größe der Bruteier und der Glucke. Ist die Glucke gesetzt, müssen alle Eier vollständig von ihr bedeckt sein.

 

Man kann die Glucke auf die Eier setzen, sobald sie sich ruhig verhält. Die Glucke kann auch neben das Nest mit den Eiern gestellt werden, sie setzt sich dann gleich auf die Eier. Entfernt sich jedoch die Henne von den Eiern, sollte man beobachten, ob sie von allein das Nest aufsucht. Anderenfalls setzt man die Glucke auf die Eier und dunkelt das Nest ab, da sich das Tier im Dunkeln schnell beruhigt. Später ist das Nest etwas aufzuhellen.

 

Eine weitere Möglichkeit ist, die Glucke auf ein leeres Nest zu setzen. Will man ihr, wenn sie auf dem Nest sitzen geblieben ist, Eier unterlegen, ist dabei Vorsicht geboten, damit die Eier nicht beschädigt werden.

Auch einer Glucke sollte das Sandbaden ermöglicht werden. So kann sie vor Ungeziefer geschützt werden.

 


 

Sobald die Glucke sitzt, wird sie ruhiger. Sie sollte nicht mehr unnötig gestört werden. Frisches Wasser und Körner, am besten Mais oder Gerste, sind in einiger Entfernung vom Nest aufzustellen. Dem Futter kann etwas Grit beigemischt werden. Die Glucke sollte kein Weichfutter und kein Grünfutter bekommen.

 

Um die Eier zu kontrollieren, sollte die Glucke hin und wieder leicht angehoben werden. Verschmutzte Eier sind herauszunehmen und kurz in lauwarmes Wasser zu legen, um den Schmutz zu lösen. Sie dürfen nicht abgetrocknet werden.

 

Wenn sich die Glucke ein- bis zweimal täglich von den Eiern entfernt, sollte sie jeweils nicht länger als 20 Minuten wegbleiben, da das Ausschlüpfen sonst verzögert wird. 

 

Ist die Glucke länger als 30 Minuten vom Nest entfernt, ist die Brut gefährdet, da die Eier auskühlen können. Ein Ei ist zu prüfen, indem man es mit der stumpfen Seite an das Augenlid hält. Anschließend hält man die spitze Seite an das Augenlid. Fühlt sich die stumpfe Seite bereits kühl an und ist die spitze Seite noch warm, so ist es höchste Zeit, die Glucke wieder auf das Nest zu bringen. Verlässt sie das Nest, war alle Mühe umsonst.

 


 

 

 

Natürliche und künstliche Aufzucht