Die Hühnerhaltung | Hühner füttern

Wie werden Jung- und Legehühner richtig gefüttert?


 

Junghennen und Legehennen richtig fütternHühner füttern - Spätestens ab der siebten Lebenswoche müssen Junghennen aus der Einstreu ein geeignetes Körnergemisch aufnehmen können. Legehennen müssen täglich mindestens 10 % ihrer Futterration als Körnergabe in die Einstreu erhalten.

 

Die Nahrungsaufnahme durch die eigene Futtersuche ersetzt nicht die Zugabe von speziellem Geflügelfutter. Der Grundbedarf der Hühner muss befriedigt werden. Zur Aufrechterhaltung von Energieumsatz und Legeleistung werden am Tag pro Huhn etwa 120 g Trockenfutter als Grundfütterung benötigt. Abhängig von der Rasse gilt die Mischung als ausgewogen, wenn 25 – 30 g eiweißreiches Futter und 80 – 100 g Getreide enthalten sind.

 

Eine Tagesration sollte ungefähr
folgendermaßen zusammengestellt werden:

 

  • Getreide als Kohlenhydratlieferant – 45 – 60 %
  • pflanzliches Eiweiß (Raps- oder Sojaschrot) – 15 – 20 %
  • tierisches Eiweiß (Milch oder Milchprodukte) – 5 – 15 %
  • Fett (Ölkuchen) – 3 – 10 %
  • Mineralstoffe (Grit, Muschelkalk) – 5 – 10 %
  • Vitamine und Spurenelemente – 0,5 – 1 %
  • Gras – 3 – 10 %.

 

Die Futtermenge sollte in der Spannweite der Prozentzahlen liegen. Man kann die einzelnen Komponenten kaufen und selbst mischen. Um die Arbeit zu vereinfachen, kann man jeweils einen Sack Weizen, Hafer und Gerste sowie Weizen-, Hafer-, Mais- und Gerstenschrot kaufen und alles zusammen mischen. Dazu gibt man noch 20 – 30 % eiweißhaltiges Futter in Form von Milch, Quark, Molke und Trockenhefe sowie an Mineralstoffen Muschelschalen und zur Wirkstoffergänzung eine Kräutermischung.

 

Pflanzliche Eiweißträger sind junge Brennnesseln, zartes Gras, Erbsen, Bohnen, Kohl, Wickensamen, Sonnenblumenkerne, Salat, Malzkleie, Klee, Unkraut, Silage, Abfall von gepresstem Raps, Obsttreber und pflanzliche Küchenabfälle. Sie enthalten noch dazu Vitamine und Mineralsalze. Dies ist ein notwendiges Ergänzungsfutter, was ganzjährig gefüttert werden muss. Es kommt nicht darauf an, was genau gefüttert wird. Auf Abwechselung kommt es an. Grünfutter ist unverzichtbar für eine naturnahe Hühnerhaltung. Dadurch verbessert sich die Befruchtungsrate der Eier. Zudem wird die Schlupffähigkeit der Küken erleichtert. 

 

Futterkalk aus einem Kalksteinbruch oder von Muscheln, Grit als scharfkantige Kiesel- und Quarzsteinchen sowie Holzkohle sollten den Hühnern in einem dreiteiligen Gritkasten gegeben werden. Aufgespießte Rüben und Kohl sollten die Fütterung im Winter ergänzen. Wer nicht selbst Grünfutter bereitstellen oder die Futtermischung zusammenstellen möchte, der muss fertige Futtermischungen kaufen, die möglichst aus ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetrieben stammen. Futtermittelfirmen bieten in unterschiedlichen Zusammenstellungen Mischungen an für Küken, Junghennen, Legehennen und Masthähnchen.

 

Auf dem Etikett ist die Beimischung ersichtlich. Es muss angegeben werden, ob Medikamente und Antibiotika beigemischt wurden. Ökobetriebe mischen keine Medikamente bei. Hobbygeflügelhalter füttern kein medikamentiertes Futter. Dies schadet auch dem Menschen, der über das Fleisch und die Eier die Rückstände davon aufnimmt. Krankheitskeime entwickeln eine Resistenz gegen die Medikamente, die im Krankheitsfalle nicht mehr wirken.

 


 

Die verschiedenen Futterformen

 

Wenn Hühner so natürlich wie möglich gehalten werden, sind sie meist widerstandsfähig gegen Krankheiten. Nur im tatsächlichen Krankheitsfall sollten Medikamente gegeben werden. Der Handel bietet Legehennen-Alleinfutter und Legehennen-Futtermehl an. Das Futter wird in drei Formen angeboten: Futtermehl und -schrot, Körner mit Futtermehl sowie Pressfutter.

 

Futtermehl kann als alleiniges Futter verwendet werden. Es kann alle erwünschten Bestandteile enthalten. Hühner gewöhnen sich an diese Futterform schnell. Wird es angefeuchtet und ist trockenkrümelig, kann es von den Hühnern leichter aufgenommen werden

 

Kauft man Legehennen-Mehlfutter in einzelnen Komponenten – Gersten-, Hafer- und Maisschrot, Weizenkleie, Ackerbohnen- und Erbsenschrot – sollte alles gut gemischt werden. Es gibt auch fertig gemischtes Mehlfutter als Mehl, Schrot oder Pellets.

 

Optimal ist die Fütterung von Legehennenmehl zusammen mit Körnern. Beides sollte jedoch nicht zusammen angeboten werden, da die Körner bevorzugt gefressen werden. So würde es zu einem Mangel an Eiweiß kommen. Statt dessen sollten Futtermehl und Körner zeitlich und räumlich getrennt voneinander gefüttert werden. Legehennenmehl kann man im Futterautomaten oder in Trögen anbieten. 

 

Eine stetige Eiweißzufuhr ist damit gesichert. Abends sind pro Tier 50 – 70 g Körner zu füttern. Wird diese Menge nicht gänzlich gefressen, ist die Körnergabe zu reduzieren. Frühmorgens kann man beim Öffnen des Schlupfloches auf dem Vorplatz Körner ausstreuen. Die Hühner werden aus dem Stall gelockt und angeregt zur Futteraufnahme auf dem Vorplatz und zur Futtersuche im Auslauf.

 


 

Ist die Körnermenge zu hoch, führt dies zu Verfettung und zur Abnahme der Legeleistung. Die Eierschalen werden dünn, die Befruchtungsrate ist ungenügend. Das Ausschlüpfen der Küken wird erschwert oder die Küken schlüpfen gar nicht.

 

Körner sind schwer verdaulich und verbleiben länger in Kropf und Magen als Schrot und Mehl. Dies ergibt ein langanhaltendes Sättigungsgefühl. Deshalb sollten die Körner am Abend gegeben werden. Schnelle Sättigung führt zu Langeweile und deren Folgeerscheinungen.

 

Weizen ist das Lieblingsgetreide der Hühner. Es folgen Mais und Gerste. Hafer ist weniger beliebt, Roggen überhaupt nicht. Weizen hat den höchsten Eiweißgehalt. Er sollte jedoch nie allein verfüttert werden, sondern immer mit anderen Getreidearten, da er sonst zu Durchfall führt.

 

Die einfachste Art, Legehennen richtig zu füttern, ist die Fütterung mit fertigem Legehennen-Alleinfutter. Es enthält alle notwendigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien. Die Korngrößenverteilung, meist als Presskorn, ist bedarfsgerecht. Pellets werden bevorzugt in Rollen- oder Tablettenform. Sie sind leicht verzehrbar und der Schnabel- und Schlundgröße der Rasse angepasst.

Küken nehmen lieber Presskörner als Schrot und wachsen daher schneller. Die Pellets müssen entsprechend kleiner sein, da sie so leichter verzehrbar sind. Kükenpresskörner werden angeboten. Es können auch Legehennenpresskörner leicht geschrotet werden.

 

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Fütterung von Jung- und Legehennen